
Stets zu unregelmäßigen Zeiten - der Stundenplan gibt es nicht anders her – treffen sich interessierte Schülerinnen und Schüler der Klassen 7-13 gemeinsam mit einigen Lehrerinnen und Lehrern sowie wenigen Eltern und Ehemaligen zu den gemeinsamen Proben des OWG-Chores, nunmehr im 22. Jahr unter durchgehender Leitung ihres Musiklehrers Holger Ryseck. In den wenigen
Übungsstunden werden zumeist 3- oder 4-stimmige Chorwerke aus allen Epochen und Stilrichtungen erarbeitet, um sie dann zu verschiedenen Anlässen, Schulveranstaltungen und Schulgottesdiensten zur Aufführung zu bringen. Dabei hat sich der Chor zu einer festen Größe im Schulleben des Dahner Gymnasiums entwickelt.
So gestaltet der OWG-Chor seit vielen Jahren zusammen mit den „Happy Voices“ der Orientierungsstufe und Instrumentalisten des OWG gemeinsam mit dem „Chor Generationen“ und dem „Jazz-Chor“ der Kreismusikschule das bestens besuchte Adventskonzert zur „Nacht der 1.000 Lichter“ in der Katholischen Kirche St. Laurentius. Hinzu kamen in den vergangenen Jahren zwei schöne Workshops und viel gelobtet gemeinsame Konzerte mit der Gesangsgruppe „Vocaldente“
im Rahmen der „Dahner Sommerspiele“.
Bis 2019 gab der OWG-Chor jeweils abendfüllende Benefizkonzerte in St. Laurentius, die jeweils als Live-Mitschnitte auf 4 CDs festgehalten wurden. Im Jahr 2022 führte der Chor unter dem Titel „Die Kinderoper Brundibár und die Mädchen von Zimmer 28“ ein in der Öffentlichkeit vielbeachtetes Projekt durch. Im Rahmen dieses Projektes kam es auch zu einer ersten Begegnung und Zusammenarbeit mit der Berliner Autorin und Bundesverdienstkreuz-Trägerin Frau Hannelore Brenner-Wonschick.
Bereits 2020 gestaltete der OWG-Chor - ebenso wie 2022 - den Gedenktag zum 9. November in der Dahner Verbandsgemeinde mit Texten und Liedern von im Ghetto Theresienstadt internierten und ermordeten Autoren und Komponisten (u.a. Hans Krasa und Ilse Weber), es folgte im April 2022 eine Studienfahrt nach Prag (mit Schwerpunkt auf das jüdische Leben und auf die Verfolgung der Juden im Dritten Reich) und Theresienstadt (hier sang der OWG-Chor in der Magdeburger Kaserne Lieder von Ilse Weber und aus der Kinderoper „Brundibár“). Einer Einführungsveranstaltung zu der Ausstellung „Mädchen von Zimmer 28 - Freundschaft, Hoffnung und Überleben in Theresienstadt“ unter Mitwirkung von Frau Brenner-Wonschick im Mai 2022 folgte dann die mehrfache eindrucksvolle Aufführung der Kinderoper „Brundibar“.
Im Mai ‘23 folgte der Chor einer Einladung in die Dahner Partnerstadt Wasselonne im Elsass, um hier ebenfalls zu konzertieren.
Nach einem „Highlight-Konzert” (mit der inzwischen 5. CD-Live-Einspielung im September) reiste der OWG-Chor im Oktober ‘23 nach Berlin, um hier u.a in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Frau Brenner-Wonschick die Kooperation mit „Room 28 e.V.“ würdig zu begehen. Das OWG Dahn ist nunmehr institutionelles Mitglied in diesem Verein, der sich der Erinnerung und Würdigung insbesondere der im Ghetto Theresienstadt internierten Mädchen sowie der Erforschung, Bewahrung und Vermittlung der Hinterlassenschaften der im Holocaust Ermordeten und der Überlebenden widmet. Im Bendler-Block sangen wir zudem an der Hinrichtungsstelle des NS-Widerstandlers Claus Schenk Graf von Stauffenberg “Die Gedanken sind frei”.
Im Winter 2024 wurde dann das nächste große Chorprojekt angegegangen: Es standen 2 Messen des niederländischen Komponisten Jacob de Haan auf dem Programm: die „Missa brevis” und die „Gospel Mass”. Im Februar 2025 folgten dann die heiß ersehnten großen Konzerte in St. Laurentius. Hier wurde der Chor begleitet von einer professionell besetzten Bigband – ein tolles hörenswertes Erlebnis, wovon auch die nunmehr 6. CD einen Eindruck vermittelt. Nach einer kleinen schöpferischen Pause sang dann Anfang September im Dahner Stadtpark unser Chor gemeinsam mit dem Chor “Mach mit” der protestantischen Kirchengemeinde und dem Chor “Kreuz & Quer” beim ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an Pater Ingbert Naab.
Anfang Oktober ging es wieder auf Reisen, auf Wunsch der älteren Sängerinnen und Sänger noch einmal nach Prag und Theresienstadt. Bei dieser Fahrt mit insgesamt 46 Schülerinnen und Schülern sowie 5 erwachsenen Choristen hatten wir dann auch 2 kleinere Auftritte: Zum einen sangen wir im Ghetto Theresienstadt auf dem Dachboden der Magdeburger Kaserne. Auf der Bühne auf diesem Dachboden standen im September 1943 ausgemergelte jüdische Kinder in einfachen Kostümen um ihren Altersgenossen im Publikum die Kinderoper „Brundibar“ vorzuspielen. Für unseren OWG-Chor eine wahrhaft berührende Begegnung mit den Folgen des nationalsozialistischen Terrors. Zum anderen gaben wir ein kurzes Konzert in der Prager Jerusalem Synagoge – auch ein ganz besonderer und vom Publikum sehr gut angenommener Auftritt unseres Chores. Eine ganz und gar gelungene Reise mit vielen emotionalen Momenten. Nun wird sich der OWG-Chor den nächsten Aufgaben widmen: Nach dem traditionellen Konzert zur „Dahner Nacht der 1.000 Lichter“ und einer musikalischen Begrüßung zum Kinderkonzert des Jazz-Ensembles „Improvidings“ zum 2. Advent in der Aula werden neue Songs einstudiert und dann im Laufe des Schuljahres zur Aufführung gelangen.
Für das kommenden Schuljahr 26/27 sind anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des OWGs „Brundibar“, ganz sicher aber eine Art Highlight-Konzert, zu dem dann auch alle ehemaligen Choristinnen und Choristen zum Mitsingen eingeladen werden.
Was wäre der Chor ohne Unterstützung von außen: Hier im Namen aller Chormitglieder ein großer Dank der Stadt Dahn, der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, den Stiftungen der Sparkasse Südwestpfalz und der VR-Bank Südliche Weinstraße-Wasgau eG, der Katholischen Pfarrei St. Heiliger Petrus Dahner Felsenland, den Jazz-Freunden Dahn e.V., der Frank Handels GmbH & Co. KG, dem Arbeitskreis Landjudentum im Wasgau sowie dem Verein der Freunde und Förderer des OWG Dahn.
Der Chor mit seinen zurzeit über 60 Schülerinnen und Schülern sowie einigen Lehrerinnen und Lehrern und ehemaligen OWG-lern übt übrigens zu unterschiedlichen Zeiten und an wechselnden Wochentagen, die im Aushang am Digitalen Brett mitgeteilt werden – meistens in der 7.-8. Stunde in der Aula. Neuaufnahmen sind jederzeit möglich – Grundbedingung: Freude am Singen und Teilnahme an den Proben (die terminlich - auch wegen des zu besuchenden Unterrichts - sicherlich nicht immer passen und wahrgenommen werden können). Am besten sprecht ihr unverbindlich die schon aktiven Sängerinnen und Sänger oder ihren Chorleiter an – oder kommt einfach in die Proben.